Warum haben NiMH-Akkus nur 1,2 Volt statt 1,5 Volt?

Weil die Zellchemie es so vorgibt, und für die meisten Geräte ist das kein Problem. Nickel-Metallhydrid liefert bauartbedingt eine Nennspannung von 1,2 Volt, Alkaline 1,5 Volt. Der scheinbare Nachteil relativiert sich in der Praxis, weil eine Alkaline-Batterie ihre 1,5 Volt nur ganz am Anfang hält und danach kontinuierlich abfällt.

Ein NiMH-Akku bleibt über fast die gesamte Entladung nahe bei 1,2 Volt und fällt erst am Ende steil ab. Über die Nutzungsdauer gemittelt liegen beide Zellen deshalb dichter beieinander, als die Nennspannung vermuten lässt. In Motoren, Blitzgeräten und anderen Verbrauchern mit hohem Strom ist der Akku dem Alkaline sogar überlegen, weil er weniger Innenwiderstand hat.

Probleme entstehen nur bei Geräten, die eine Entladewarnung anhand der Spannung berechnen. Einige Kameras und Messgeräte melden dann früh "Batterie leer", obwohl der Akku noch Reserve hat. Auch manche Geräte mit Ladezustandsanzeige zeigen dauerhaft einen niedrigen Wert.

Wenn Sie in einem solchen Gerät konstante 1,5 Volt brauchen, sind wiederaufladbare Li-Ion-Batterien mit integrierter Spannungsregelung die Alternative. Sie liefern über die gesamte Laufzeit 1,5 Volt.

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